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Tag der offenen Tür

Der Schwarze Mann und die Disoriental Band

Unter dem Alias "Der Schwarze Mann" gestaltet eine lose Gruppe von
Musikern und Performern seit 2014 mit einer Mischung aus Lesung,
Performance, Happening und Konzert singuläre Events. Unter anderen
Projektnamen ("Des Fleisches Blödigkeit", "Bürzelwursten", "Das
wohltemperierte Glas Bier", "Potato Soul" etc. pp.) werden die
unterschiedlichsten Themenkreise um das menschliche Dasein beleuchtet. Die
Shows werden im inhaltlich/dramaturgischen Prozess ergebnisoffen erarbeitet.
Mit "Der schwarze Mann und die Disoriental Band" steht nun ein Ausflug in die
integrative Anziehungskraft orientalischer Musikelemente und tatsächliche
Nähe vermeindlich fremder Kulturkreise. Nicht jeder geniesst dass, der Effekt
kann Desorientierung und Angst hervorrufen. Eine Parallele besteht zu der
Verunsicherung, die aufkommt, wenn man tradierte kulturelle, völkische,
gesellschaftliche und sexuelle Narrationen auf den Kopf gestellt sieht. Derrick
heisst in unserer schönen Heimat immer häufiger Dogan und ist in der dritten
Generation eingebürgert. Blonde blauäugige Hans und Gretes fahren mit ihrer
Freundin in ein IS-Camp und enthaupten Ungläubige. Schwule und Lesben
gehen heiraten und werden Aussenminister(innen,divers); und die
Fraktionsvorsitzende einer Volkspartei findet sich immer noch nicht mit den
neu definierten Geschlechterrollenbildern zurecht. Der amerikanische Präsident
sieht aus wie ein hypertrophierter Pumuckl, diese Haare – das kommt doch von
den Punks!
Ja, man ist allenthalben überfordert. Ein Teil der Menschen sucht aus diesem
runde nach dem Gestern. Das ist verständlich, aber weder realisierbar, noch
weise. Die “Disoriental Band” hält dagegen und will sich der Konfusion
hingeben und lädt interessierte Menschen ein, sich ihr ebenfalls auszusetzen.
Sie widmet sich lustvoll den Klischees über Diese und Jene und deren
Demontage. Als Gegenpol zu einer Volksmusik, die das Völkische kräftigen soll,
ertönt hier der das Liedgut zur Entwurzelung, die babylonische Kakophonie.
Historisch gesehen gibt es nämlich trotz der grossen Herausforderung einer
heterogen zusammengesetzten Gesellschaft gute Gründe, sich auf das Fremde
einzulassen. Hier sei das Preussen unter Friedrich dem Grossen genannt, wie
auch im Besonderen das Venedig der Renaissance, das Tor zum Orient.
Wirtschaftlich, technologisch und kulturell profitieren Gesellschaften von der
Koexistenz – manchmal auch Konkurrenz unterschiedlicher Völker und
Lebensweisen. Also, wie in der Achterbahn: die Angst heruntergeschluckt und
hinein in das Vergnügen!
Musikalisch sucht die Gruppe nach in europäische Musik eingebaute
Orientalismen oder appliziert übermässige Tonleitern auf das in Deutschland
gepflegte Liedgut , um den Bandnamen "Disoriental Band" in Tönen zu
illustrieren. Die Methodenpalette wird in Sessions ständig erweitert. Ziel ist es,
das verschwimmt aus welchem Kulturkreis diese Musik entstammt. Und das ein
möglichst üppiger Strauss an Melodien und Eindrücken entsteht.

Eintritt frei!