Manzur kargar

Torsi

Vernissage: 18.12.2025 – 18.00 – 21.00 Uhr
Finissage: 10.01.2026 – 18.00 – 20.00 Uhr

Manzur Kargars künstlerische Anfänge wurden wie so vieles von der griechischen Antike beeinflusst. Wo einst alte Meister seinen Ausgangspunkt markierten, schöpft sein Werk heute Inspiration aus dem flüchtigen Glanz der zeitgenössischen Popkultur und spielt dabei mit der Bildsprache der Werbung, von Hochglanzmagazinen und der endlosen visuellen Optik der digitalen Medien.

1965 in Kabul, Afghanistan, geboren, wuchs er ab 1970 in West-Berlin auf. Sein Weg führte ihn zum Studium der Malerei an die HBK Braunschweig und später an die UDK Berlin. Seit 1992 ist Berlin auch sein kreatives Zuhause, unterbrochen von Aufenthalten in Los Angeles und New York. Der Künstler ist jedoch nicht nur Maler – als Doppelbegabung verfolgt er sogleich eine zweite
Leidenschaft, die Musik. Früher Mitglied der Band „Artists on Horses“, ist er heute Teil des Berliner Elektro-Duos „she will listen“.

In seinen Werken verflechtet Kargar traditionelle Maltechniken mit den digitalen Bildwelten unserer Zeit. Die hier ausgestellte Serie „Torsi“ steht sinnbildlich für sein Schaffen. Fotorealistische Ölgemälde, die meist weibliche, auf den Torso reduzierte Körper zeigen, spiegeln den idealisierten Schönheitsbegriff wider, der stark von medialen Frauenbildern geprägt ist. Die fehlenden Augen werden dabei zu einem Symbol für die Entpersonalisierung im digitalen Zeitalter. Der Körper erscheint als Projektionsfläche für gesellschaftliche Erwartungen und zerstörerischem Kommerz.
Der Künstler lenkt damit dieser Entscheidung bewusst den Blick auf die Form, Oberfläche und Pose der Körper. Ihn interessiert dabei die Zergliederung des menschlichen Körpers, dessen Erscheinung und die damit verbundene Oberflächlichkeit in der modernen Mediengesellschaft. Gleichzeitig wirft die Serie dabei grundlegende Fragen nach Identität, Subjektivität und der Objektivierung des Menschen auf.

Hier trifft technisches Können auf die visuelle Sprache der Mode- und Werbeindustrie. Obwohl die Bilder an eine kühle Werbeästhetik in sich tragen, sind sie unverkennbar der Malerei zuzuordnen. Sichtbare Pinselstriche und die fühlbare Struktur der aufgetragenen Farbe stehen im Konflikt zu den glatten, idealisierten Körpern. Die Wahrnehmung beim Betrachten schwankt zwischen Bewunderung und Kritik und bildet so ein gewolltes Spannungsfeld – Verführung und Distanz. Seine Werke zeigen einen scharfen Blick auf unsere visuelle Gegenwart. Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, dass seine Arbeiten international in Einzel- und Gruppenausstellungen präsentiert werden und in renommierten Sammlungen wie der Berlinerischen Galerie, dem Capelouzos Art Museum in Athen und der Volkswagen Collection vertreten sind.

Text: Kai Nico Piehlmaier

Öffungszeiten:
Donnerstag 17.00 – 20.00 Uhr
Sonntag 13.00 – 16.00 Uhr
Bei Anfragen sind auch weitere Termine möglich
Open Gallery bei allen Veranstaltungen im KufA Haus

Das Konzert zur Ausstellung
SHE WILL LISTEN & YMAY

Sa. 10. Januar 2026 – KufA Haus Bistro

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