SASCHA MAROUF
Macht Nix!
Vernissage: 27.05.2026 – 18.00 Uhr
Finissage: 10.06.2026 – 18.00 Uhr
8UNG!, OB8! Nun ist es doch geschehen, doch das m8 nix!* Nach dieserkryptischen Einleitung genieße jetzt zumindest Eure Aufmerksamkeit. Gut istes seine eigene, als auch die Aufmerksamkeit anderer lenken zu können**, istman dazu nicht in der Lage prasselt das Geschehen der Welt ungefiltert aufeinen ein. Hören, riechen, schmecken, sehen, tasten, sind vielfach nichteinfach Sinneswahrnehmung, sondern schlicht Reizüberflutung.*** Vielleichtentsteht sogar Misskommunikation, das Sender und Empfängermodell istgestört. Die einzige Chance ist dann sich einzelne Reize und Informationenherauszupicken.**** Was macht man aber dann mit diesen Fragmenten, diekeine logische Verbindung ergeben? Ähnlich wie plötzlich auftauchendeZiffern in Worten? Eine Lösung könnte die Neubesetzung sein. EinUmdeuten, Aufladen, immer mit einem Rest ihres Ursprungs, einer Aura,einer Essenz, kein Neubau, nur ein Umbau***** der neue Geschichten spinnt.******

Tipp: 1fach den Defibrillator an das innere Kind anlegen. Wenn´s nicht klappt,macht nix!*******
Text: 1weitereperson
* Nicht erst seit Erfindung der SMS wird versucht möglichst zeichensparendSchriftkommunikation zu betreiben. Der Austausch von Wortteilen mit lautverwandtenZahlzeichen ist hier aber eher ein Spiel der Signifikanten, das aufmerken lässt und daraufverweist, wie arbiträr die Zuordnung von Zeichen zu Bezeichnetem in Wahrheit ist. Die Weltist inhärent sinnlos.
** Unser gesamtes Welterleben wird lediglich davon bestimmt, wie wir unsereAufmerksamkeit verteilen. Die Ordnung der Dinge ist stets die Ordnung unsererWahrnehmung. Das Erkennen von Mustern ist dabei nur ein Zaubertrick derEntwicklungsgeschichte, den wir uns zunutze machen, um aus ‘Nichts’ ‘Etwas’ zu machen.Die Welt bleibt inhärent sinnlos.
*** Ist die Fähigkeit Welteindrücke voneinander abzugrenzen gestört, spricht man vonSynästhesie. Ist hingegen die Abgrenzung der Welteindrücke voneinander gestört, sprichtman von Kackophonie. Den Wahrnehmenden kann nie völlig klar sein, in welchem Zustanddie Welt oder die Wahrnehmung sich wirklich befinden. Die Überflutung mit Reizen schleiftdiese Welteinschätzung noch weiter, bis auf den Kern, herunter. Es offenbart sich derUmstand einer inhärent sinnlosen Welt.****
Den Versuch einer Ordnung bezeichnen wir als ‘Kultur’. Sie ist der Versuch einzelneReize und Informationen herauszupicken, in der Hoffnung ein gesamtlogisches Bild der Weltherzustellen. Die Möglichkeiten der Sortierung von Welt sind dabei endlos und oft vonUmweltfaktoren beeinflusst. Die Auswahl aus infiniten Kombinationen überlassen wir häufigPoet:innen oder Künstler:innen, deren Sinnschöpfungsvermögen wir vertrauen, damit sieeine sinnvolle Welt schaffen.
***** Sascha Maroufs Arbeitsweise zeichnet sich durch diese Neuzuordnung aus. DieAlltagsstruktur wird umgebaut, umgedeutet und neu gerahmt. Die Zeichenfragmente, dieMarouf für seine Collagen benutzt, begegnen ihm oft zufällig. Es sind Reststücke, die ausdem Zusammenhang gefallen sind und nur noch unvollständig von dem Leben künden,deren Teil sie einstmals waren.
Maroufs Arbeiten betonen dabei besonders die Leerstellen und das Ungewusste.
****** Das Auffüllen dieser Leerstelle geschieht in den Betrachtenden. Ohne es zu merken,fügen sie der Welt eine weitere Möglichkeit der Ordnung hinzu und setzen sich damit inBeziehung zu einem imaginären Gegenüber.
******* Die Betrachtenden werden somit Teil des Weltenspiels und bei Spielen gilt: Vor demSpiel ist nach dem Spiel.
Anmerkungen: Clara Brinkmann!
Öffungszeiten:
Dienstag bis Freitag 12:00 – 15:00 Uhr
Mittwoch 16:00 – 19:00 Uhr
Open Gallery bei allen Veranstaltungen im KufA Haus

